letzte Schleuse
Aber im Rückblick Stunden auf dem Göta-Alv geschippert (Motor) und die letzten Schleusen verlassen. Schleusentreppe in 4 Stufen über 32m nach unten.
im Hafen angekommen....
letzte Schleuse
Aber im Rückblick Stunden auf dem Göta-Alv geschippert (Motor) und die letzten Schleusen verlassen. Schleusentreppe in 4 Stufen über 32m nach unten.
im Hafen angekommen....
YH: nur noch eine Schleuse trennt uns von der Meereshöhe. Heute wollen wir Göteborg erreichen. Gestern die Schleusentreppe nach Trollhättan bewältigt. War mit starken Windböen von hinten gar nicht so einfach. Auch das Warten vor den Brücken (ohne gute Wartestege) war anspruchsvoll. Nun, wir sind gut in Lilla Edet angekommen und haben uns mit „der Schicksalscrew“ zur Pizza und Absackerl getroffen. Sie müssen noch bis an die Müritz zurück, wir sind bereits am Winterlager suchen. Wir möchten das Schiff in Göteborg Umgebung lassen, nichts mit Norwegen. Haben die EU-Importfrage anders gelöst.
AH: wieder zurück auf den Vänern: mit nördlichen Winden konnten wir mit raumem Wind ablaufen. Dann sogar Butterfly, aber der Kurs liess sich nicht gut halten: So begann die Diskussion um den Genacker:
Ich: Ferien ohne wenigstens einmal den Genacker (unser grösstes Leichtwindsegel) oben gehabt zu haben,
Yvonne: Ich bin dagegen: Du machst Dir einen Haufen Arbeit und am Ende geigt das Boot bei dem Seegang! Dann musst Du es sowieso wieder herunterholen.
(Pause, dann lässt der Wind etwas nach)
Ich (mit hängenden Ohren): Ehrlich: no Genacker - no fun!
Yvonne: Ich finde das gesponnen!
(für Aussenstehende: sie ist nicht mehr dagegen!)
Also raus mit der Tasche aus der Hundekoje, festmachen der Tasche am Mast (damit sie leer nicht wegfliegt) Genacker am Genackerbaum festmachen und Baum herausschieben.
Yvonne: Aber vor dem Hafen ziehst Du den wieder ein!
Ich: jaja
Leinen ins Heck verlegen, Segel hochziehen und ausrollen.
Und siehe: Die Blase steht und zieht!
Yvonne: (YH) Bitte nimm das Gross weg!
Ich: Ok - ich rolle nochmals ein. (und wickele den Genacker wieder auf) Geh in den Wind!
Im Wind hole ich das Gross herunter.
Ich: Geh wieder vor den Wind!
Ich wickele die Blase wieder aus und sie steht jetzt besser.
Der Wind macht sich auf, einzuschlafen: ruhiges Segeln mit Genacker.
Yvonne (nach einer Weile): 1 Punkt für Genacker!
Ich lächele sie lieb an....
Irgendwann macht auch das Genackern keinen Spass mehr: Vem kan segla förutan wind? (Wer kann Segeln ohne Wind?) Blase kommt wieder in die Tasche, Tasche wieder unter Deck, Motor wieder an.
Dann geht's wieder in die Kanäle. Jetzt ist die Lichterführung anders: Grün neben Rot über Weiss. (usw.) Das gibt heisse Diskussionen an Bord: Ist das nun Grün (ich: fahr!!!!) oder Rot (Yvonne: DUUU zahlst!) Jedenfalls ist die Einsenbahnbrücke eindeutig zu und wir halten uns an einer Buhne, bis sie tatsächlich nach einer Weile aufgeht ebenso wie eine nächste Brücke.
Dann kommen wir an eine Schleuse: Sie öffnet sich beim Näherkommen. Wir fahren ein. Aber das ist eher eine Industrieschleuse. Sie ist so breit, dasss wir bequem darin wenden könnten und so lang, dass auch noch ein langer Schleppkahn hineingepasst hätte. Glatte Wände! Immerhin eine Leiter, an der wir uns festhalten. Dann geht es mit uns allein abwärts: Die Schleusenwände werden immer höher - nun ragen sie 5m über uns hinaus. Das hatten wir doch schon mal? Ja vor 9 Jahren, als wir durch die Rheinschleusen fuhren. (Aber da war der Hub noch grösser).
Dann geht es weiter auf dem breiten Göta-Alv bis zur nächsten Kombination von Auto- und Eisenbahnbrücke. Da passierte nun gar nichts. Also Kanal 9: "Hjälv-Bridge from Sailingyacht Tiny" - - - Stille, Pause, Stille. 2 Versuch: "Hjälv and Segrid-bridge (oder wie auch immer das Ding hiess) from Sailingyacht Tiny - we are going north. Please open the Bridges. Our Mast-Top is about 12m." - - - Stille, Pause, Stille - dann nach einer Weile meldet sich einer und wir versuchen zu raten, was der wohl meinen könnte. Am Ende wechselseitigen Gestammels: "We see you. Wait 15min". Ich: "Ok 15 min" - Ob der wohl die richtige Brücke verstanden hat? Ja, Hurra: Rot über Weiss (Öffnung in Vorbereitung) und nach 15 min öffnet sich die Klappbrücke.
Mittlerweile hebt sich auch schon die Eisenbahnbrücke: erst auf 10m, dann auf 20m - reicht! Nein, sie hebt sich bis auf 27m. Vielen Dank (wär nicht nötig gewesen.) Wir düsen (nach Wiederholung der Rot/Grün-Diskussion durch. (und kommen so in Trollhättan an.)
YH: Erdbeeren essen, wenn es sie gibt!
YH: Aus der Ankerbucht haben wir uns auf den Weg gemacht und bei Windstille auf dem riesigen Vänern weitere Seemeilen motort. (Das geht zwar sehr gut, ist aber auch laut.) Nun sind wir an seiner Westküste angekommen und können morgen die Einfahrt zum Trollhätte Kanal erreichen. Auch hier ist jetzt Sommer, wunderbarer Schwedensommer. Hoffentlich bleibt er noch ein bisschen.
Dann stachen wir in (den) See (Vännern, der immerhin der drittgrösste Europas ist) und folgten brav der Route, die uns unser Kartenplotter ausgerechnet hat. Allerdings schlug der Mitten auf dem Wasser einen ziemlich unerklärlichen Haken. Auch schien die Karte an der Stelle unvollständig. Misstrauisch geworden prüften wir mit einer anderen App, wie die Karte hier aussieht. War tatsächlich untief. So shipperten wir kurz nach der anderen Karte, bis es wieder vernünftig aussah.
dann jedoch rief Yvonne: "Die Passage ist ziemlich untief - zieh mal den Kiel hoch." Ächz! Also kurbele ich den Kiel ca. 30 cm nach oben. Dann biegen wir in die Passage ein, die dann sich als Slalom herausstellt: zwischen einem Steinrücken und und einem Schilfgürtel gab es eine rote Tonne, die wir also an Backboard zu passieren hatten. Rumps!
Die Tonne war keineswegs die Fahrwasserbegrenzung, sondern lag mitten auf dem Rücken. Also zurück und nochmals gaanz vorsichtig an ihr vorbei: Rumps II! Der nächste Versuch fast im Schilf blieb dann unverrupst - Manomann! Nach einer Weile sahen wird dann ein Motorboot in den gleichen Slalom einfahren: "Mal sehen wie lange der braucht?" Genügend lange um zu vermuten, dass auch er aufgerumpst ist.
AH: Immer wieder Brücken und Schleusen. Es begann in strömendem Regen, der dann langsam versiegte.
Wir kamen erstaunlich gut durch die 18 Schleusen mit kaum Wartezeit. Abwärts geht es besser (und schneller).
In Sjötorp angekommen, gabs ein Ankunftsglace und dann war ein ausführlicherer Mittagsschlaf fällig.
Abends: Abschied vom Göta-Kanal mit einem Sonnenuntergang (und einem gemeinsamen Essen mit anschliessendem Spaziergang.)
YH: morgen geht es in drei Etappen bei klarem Sonnenschein und voraussichtlicher Windstille über den Vänernsee.
YH: Heute früh haben wir die letzte bergwärts gehende Schleuse bewältigt, dann waren wir oben, auf dem höchsten See der Reise. Ein Gedenktrunk wurde genommen, dann kam wieder viel Kanal, der älteste Teil. Die Wassertiefe ist knapp und wir müssen immer gut schauen, dass wir in der Mitte fahren.
Schliesslich sind wir um zwei Uhr mittags hier angekommen, der Regen hat eingesetzt und lässt nun runter, was er kann. Aber wir haben es gemütlich drinnen, sind mit der Schicksalscrew noch Pizza essen gegangen. Spätestens am Mittwoch soll die Sonne wieder scheinen.
Wind und Welle: last Bilder sprechen!
Immerhin nahm Wind und Welle ab mitte des Vättern langsam ab und Yvonne am Steuer: Sie hat den Bogen raus: Sie kann die Wellen (1.5m Höhe, kurzer Hack) so ansteuern, dass Tiny nur selten in eine Welle platscht und fast zum Stehen kommt. Spitzengeschwindigkeit 7.1kn.
Die Vergnügen waren deutlich polarisiert: Ich habe es genossen, Yvonne wäre lieber später (bei weniger Wind) losgezogen. Aber ihre innere Unterhaltung, ob sie das Tiny zutrauen darf, resonierte in "Geht schon - keine Bange"Oben gab es dann noch eine Amateurfunkstation, sodass wir noch zu einem netten Plausch mit zwei alten Herren kamen. Der ältere von den beiden hob auch gleich lachend aber abwehrend seine Hände, als ich erwähnte dass ich FT4/8 mache (ein modernes Funkverfahren), während der zweite meinte, dann solle ich lieber mit ihm reden.
Der erste schrieb dann auch gleich 3 QSL-Karten (Funkverbindungsbestätigungen) aus: eine an mich, eine an Yvonne und eine an meinen Funkfreund Jürg, der tatsächlich mit ihnen schon vor einiger Zeit eine (wirkliche) Funkverbindung gehabt hat. Yvonne und ich hatten aber wohl mehr eine ganz gewöhnliche Sprachverbindung....
Der Wind hat sich gelegt und wir segeln an der Kreuz gen Westen, die meisten motoren an uns vorbei und bei einigen fragen wir uns, ob sie überhaupt je ihre Segel hochziehen...So kommen wir zur letzten Aufwärts-Schleusentreppe, die mir dann doch einen Muskelkater beschert, weil es in der Schleusenkammer recht eng ist.
Tatsächlich liess der Wind auch nach, von sehr stark auf immer noch genug und auch die Welle war noch ordentlich.
Wir wollten es aber nicht wahrhaben, gingen raus, zogen das Vorsegel raus und platschten immer noch heftig in die Wellen. Wasser spritzte über den Bug.
Schnell war klar: umkehren, so geht es nicht. Bald waren wir wieder an unserem Stegplatz. Und auch unsere Schicksalscrew von der Vida, einem stäbigen Schiff mit 27 PS Motor, kehrte um.
Da sind wir wieder. Und feiern gemeinsam unser: Scheitere heiter! 😉mit einem Abendtrunk (Sundowner)
AH: Noch war es gar nicht so warm, da geht schon die Eisenbahnbrücke hoch. Wie die wohl die Oberleitung hoch klappen? Man sieht's auf dem Bild:
Aber dann wird es richtig heiss (für schwedische Verhältnisse) und wir müssen zunächst vor jeder Schleuse ein Stündchen warten.
Weiter geht es mit der Hitze und wir können zusammen mit einem älteren Ehepaar mit grossem Boot viele Schleusen und Brücken schlank passieren.
YH: Man ist hier unbeabsichtigt immer mit den gleichen Crews/Booten unterwegs. Alle wollen ja schnellstmöglich durch den Kanal. Und das ergibt so eine Art Schicksalsgemeinschaft. Wir haben nun schon zum drittenmal mit dem Paar von der Vida auswärts gegessen. Überhaupt gibt es viele Kontakte. Man hat in den Wartezeiten ja Zeit zum Schwatz. Gefällt mir ganz gut. Auch eine Schweizer Crew aus Hochwald! liegt grad im Hafen. Sie fahren in die andere Richtung …Das ist dann nur ein Blitzkontakt, by by.