Samstag, 28. Juni 2025

Söderköping

 
Nach dem Ritt gestern, heute nur müde 6sm auf stillem Kanal. Immer allein in 2 Schleusen, in die wir jeweils direkt einlaufen konnten. So kamen wir in Söderköping einem schmucken Städchen an. 
Wie in der Schweiz die Hydranten als Männlein angemalt wurden, so hier die Elektrokästen.

Aber auch Rosen gehören zum Stadtbild (und eine zu Tiny!):




Abends erklommen wir noch einen Berg (Hügel) und hatten eine neue Perspektive auf Tiny und das Städchen.


 

 

Freitag, 27. Juni 2025

Bevor der Göta-Kanal beginnt

 AH: Regnerisch und windig verliessen wir Stegeborg, aber die ganze Zeit gegenanmotoren, hatten wir auch keine Lust. Also Segel hoch und kreuzen. Novum: Yvonne bleibt vergnügt, auch wenn es ruppig (was das Segeln betrifft) zugeht. Wir schieben Lage - und die von mir erwarteten Rufe: Ich mag das nicht, richte das Boot wieder auf! - blieben aus. Sie hat sich an die Schräge gewöhnt, wie man sieht, hat sie sogar ein Lächeln auf den Lippen.

Und bei den Wenden ging es immer besser! Schliesslich machte ich sogar eher einen Patzer als sie. Wenn man eine Wende gut fährt, dann hat man das Vorsegel ohne grossen Aufwand dicht, bevor der Wind einfällt, und kann dann gleich auf den neuen Kurs gehen. D.h. der (die) eine muss das Vorsegel rechtzeitig dicht haben und die (der) andere muss bevor er Ruder legt schon wissen, wo er hin will (Blick nach querab oder 90°) und dann auch wirklich das Ruder zurücknehmen, wenn die Richtung stimmt.

Jedenfalls hat Tiny unser Vertrauen zurückgewonnen, sie hat alle Manöver ohne zu knurren (oder knarzen) mitgemacht und wie man im Bild sieht, ist der Wendewinkel sogar nahe 90°, was mit den meisten Booten kaum erreicht wird! Yvonne freut sich über diese sportliche und ökologische Art vorwärts zu kommen.

Zwischendurch gabs auch eine Dusche und der Wind wurde immer böiger, sodass wir sicherheitshalber ein Reff eingebunden haben. Segelnd waren wir die einzigen, ein paar Segelboote motorten an uns vorbei gegenan. Wir trafen sie dann an der ersten Schleuse wieder. 

Nun hiess es einklarieren in den Kanal. Eine junge Schwedin war uns dabei behilflich und erklärte uns ausführlich, wie das in einer solchen Schleuse zugehe: Einer muss mit den Leinen an Land, der andere bleibt im Boot und nimmt die Leinen dicht.

Aber bevor wir in die Schleuse können, kommt die Diana heraus: Bildungslücke Die Tote im Göta-Kanal, ein schwedischer Krimi wurde auf ihr gedreht, was uns ein beflissener Deutscher als grosses Ereignis: "Dass das gleich so los geht!!" mitteilt.



Da die Häfen in unserem nächsten Ziel offenbar voll sind (Wochenende), bleiben wir gleich im Häfchen hinter der ersten Schleuse und geniessen den aufklarenden Abend mit Röhrli-Nudeln an Tomaten-Sauce mit schwedischen Wienerli, die kräftig Chili enthalten, womit ich ausnahmsweise eine Wette gewinne, weil Yvonne das erst glauben wollte, als sie den Wurstbeiwickler gelesen hat: Da gibts für mich irgendwo ein süsses Dessert. Ich habe diese Wette ja nur deshalb gewonnen, weil meine Mutter (Yvonne würde jetzt lächelnd sagen: "Annegret selig") ihre selbstgemachten Pizzen immer mit diesem scharfen Zeug gewürzt hatte - und wehe, jemand biss auf eine solche in jedem Sinne heisse Schote.




Donnerstag, 26. Juni 2025

Segeln

 

AH: Nachdem wir unser Boot wieder richtig aufgeriggt hatten (Baum einhängen, Segel einfädeln etc.) ging es los.

Erst mit reichlich Gegenwind gegenankreuzen. Dann haben wir mal prophylaktisch ein Reff eingebunden - das hat sich gleich bewährt. Als dann die Schaumkronen nicht mehr zu übersehen waren, kam auch Reff 2 und die halbe Stecke Gegenwind, dann aber mit halbem Wind (und Reff 2) immernoch 6kn Fahrt.

Für den ersten Tag schon ziemlich sportlich. Aber Tiny hat wacker mitgemacht. So haben wir an einem Nachmittag 25sm zurückgelegt. Abends dann ein gutes Essen und eine Segelschönheit (Princess Svanevit, 22 m lang!) neben dem Restaurant.




Mittwoch, 25. Juni 2025

Angekommen - schön kühl hier

YH: nach einer perfekten Zugreise sind wir angekommen und finden Tiny grad hinter "Ernst", einer schwimmenden Rostlaube liegen. Aber freundliche Leute! Im Gegensatz zu dem weiteren Stegnachbarn mit einer Edelkarosse: Er grüsst überhaupt nicht. Vermutlich gehört er aber nicht zu den abweisenden, sondern zu den scheuen Schweden.

Wir besteigen unser Daheim, wettern einen neuerlichen Regenguss ab und fangen an zu werkeln (Inbetriebnahme). 

 

 

 

 

Abends gibt noch einen kleinen Spaziergang mit einem laaangen Sonnenuntergang. 





 

 


Montag, 23. Juni 2025

Der Kluge (?) reist im Zuge....

(AH) Ehe es losgeht:

Wir sind zuhause morgens also tatsächlich 1h zu früh fertig. Da geht Yvonne nochmals schnell zu Boden ... 

Dann bis Hamburg: Da sehe ich an dem Tresen einen gepflegten älteren Herrn, der anstelle von Armen nur Stümpfe hat (Contergan?), aber mit diesen Stümpfen so geschickt mit seinem Handy umgeht, dass er es offenbar souverän bedienen kann, ab und zu nimmt er die Nase (wohl zum Clicken) zu Hilfe. Anschliessend lässt er es mit Hilfe seiner Stümpfe "behände" in seine Brustasche gleiten und verabschiedet sich freundlich von dem Mann hinter dem Tresen. Keine Spur von Mitleid heischend, im Gegenteil eher vergnügt und selbstgenügsam. Yvonne meint treffend: Das ist Resilienz. 

Guter unbekannter Herr, sie haben unsere Laune mächtig aufpoliert. Danke!

Dann geht es wieder weiter und weiter Gelegenheit meinen Satelliten-Finder weiter zu programmieren. Das mache ich mit Hilfe von KI. Aber wenn die KI festsitzt, weil sie ein Problem nicht lösen kann, dann dreht sie dümmliche Kreise: Sie probiert nicht funktionierende Lösungen erneut. Und wenn ich dann schreibe, da waren wir schon, das geht nicht, dann kommt: "Du hast völlig recht!" Nach einer Weile stoppt das Programm aus sozialen Gründen: Damit auch andere mal rechnen können. Dummerweise muss man dann neu starten, mit dem Erfolg, dass die KI alles vergessen hat. Also eine Mischung aus fähigem Programmierer und Blödmann mit partieller Amnesie.

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An meiner Kapuze seht ihr deutlich: Es regnet in Kopenhagen, während Yvonne im Sonnenschein lebt. Jedenfalls ein drastischer Kontrast zu der Hitze in der Schweiz.
Wir landen also in einer Art Jugendherberge in einem 4-Bettzimmer und lassen 190CHF dort.